Gesundes Heilfasten – Jahreszeit

Vor Ostern liegen in der kirchlichen Tradition die 40 Tage der Fastenzeit. In dieser Zeit gibt es viele Aktionen, wie beispielsweise das Autofasten, bei dem man einen gewissen Zeitraum auf das Autofahren verzichtet, oder auch Verzicht auf Alkohol oder Süßigkeiten. Zur Fastenzeit passt aber selbstverständlich auch das Heilfasten. Dieses soll positive Effekte auf Körper und Geist mit sich bringen, so z.B. von Giftstoffen befreien. Auch gibt es Hinweise darauf, dass Heilfasten zur Besserung bei rheumatischen Erkrankungen beiträgt. Auf der geistigen Ebene ist es eine Herausforderung, auf die man stolz sein kann, wenn man sie gemeistert hat, auch soll das Heilfasten dazu führen können, Dinge wieder bewusster wahrzunehmen. Als eine Anlaufphase für die Umstellung der Ernährung wird Heilfasten teilweise ebenfalls gesehen, so soll diese Umstellung nach der Fastenzeit leichter fallen.

 

Beim Heilfasten werden dem Körper, je nach Methode, nur maximal 400 Kalorien zugeführt. Das ist deutlich weniger als die gewöhnliche Menge, die bei ungefähr 2000 Kalorien liegt, abhängig unter anderem vom Geschlecht und der Tätigkeit, der man nachgeht. Dies bedeutet zwar, dass beim Heilfasten auch Fett abgebaut wird, denn was dem Körper fehlt, muss er aus den Reserven ziehen. Trotzdem ist es für gesundes Heilfasten ganz wesentlich, es nicht mit einer Diät zu verwechseln. Beim Fasten wird neben Fett auch Muskelmasse abgebaut. Hier kann man zwar mit Bewegung in gewissem Sinne gegensteuern, durch zu viel Bewegung kann man den Abbau jedoch noch fördern. Nach dem Fasten dauert es eine Weile, bis die Muskeln wieder aufgebaut sind. Für eine dauerhafte Gewichtsreduktion ist eine gesunde Ernährung in Kombination mit Sport die logische Wahl, Heilfasten ist dazu nicht geeignet.

 

Bevor man sich zum Heilfasten entschließt, ist es außerdem wichtig, ob man zur Gruppe der Menschen gehört, die grundsätzlich nicht fasten sollten. Dazu zählen Personen, die an Diabetes Mellitus Typ 1 oder an einer Insuffizienz von Leber oder Niere leiden. Bei Essstörungen verbietet sich Fasten ebenfalls, genauso bei Psychosen, Burnout oder Depressionen. Frauen, die schwanger sind oder ihr Kind stillen, dürfen ebenfalls nicht fasten. Daneben ist es möglich, dass die Fastenmethode, für die man sich interessiert, im individuellen Fall nicht geeignet ist, daher sollte man sich genau über die ausgewählte Fastenmethode informieren, bevor man beginnt.

Zur Sicherheit mit dem Hausarzt zu besprechen, ob im eigenen Fall Gründe gegen das Fasten vorliegen, schadet nicht. Wer länger fasten möchte, sollte dies ohnehin nur unter medizinischer Betreuung tun. Wenige Tage kann man auch auf eigene Faust fasten, wenn der Zeitraum jedoch mehrere Wochen umfassen soll, ist die Überwachung durch Experten wichtig.

 

Für das Fasten selbst gibt es mehrere unterschiedliche Methoden, beispielsweise das Buchinger-Fasten, reines Wasser- und Tee-Fasten oder auch das Früchtefasten, bei dem Obst beispielsweise noch auf dem Speiseplan steht. Welche Methode zum Fasten man sich aussucht, ist am Ende jedem selbst nach der persönlichen Neigung überlassen.

Gesundes Heilfasten läuft jedoch in drei wesentlichen Phasen ab. Am Anfang stehen drei sogenannte Entlastungstage, in denen die Kalorienzufuhr reduziert und der Körper auf das Fasten vorbereitet wird. Am Ende dieser Tage wird der Darm gereinigt.

Anschließend beginnt das eigentliche Fasten, die Tage, in denen man nur noch das zu sich nimmt, was die jeweilige Fastenmethode erlaubt. In jedem Fall ist es wichtig, während des eigentlichen Fastens viel zu trinken. In den ersten Fastentagen können sich unangenehme Begleiterscheinungen einstellen, beispielsweise ein starkes Hungergefühl, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme. Diese Beschwerden treten beim Fasten häufig auf, verschwinden jedoch nach wenigen Tagen.

Am Ende des Heilfastens steht das sogenannte Fastenbrechen mit den Aufbautagen. Hier gilt es ebenfalls einige Dinge zu beachten, so sollte man auf keinen Fall zu schnell zu gehaltvollen Mahlzeiten greifen. Zum Fastenbrechen eignet sich ein wenig Obst oder eine Gemüsesuppe. Von einer zu reichhaltigen Mahlzeit sind Magen und Verdauungstrakt anfangs noch überfordert. Deswegen sollte man dem Körper unbedingt ein paar Aufbautage gönnen, in denen er sich allmählich wieder an normale Essgewohnheiten gewöhnen kann. Genau wie der Beginn des Fastens braucht auch diese Umstellung ihre Zeit.

 

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